Sondernutzungen und Komfortbereiche, Außenpool, ein modernes Fitnessstudio mit Geräten und einen Hubschrauber auf einem Hubschrauberlandeplatz auf dem Dach zeigt - mit Betonung auf elastische Gebäudelagerung für reduzierte Erschütterungen und minimierten Körperschall in den Räumen.

Sondernutzungen und Komfortbereiche

Schwingungstechnische Planung für Nutzungen mit erhöhten Anforderungen an Komfort, Wahrnehmung und Betriebssicherheit.

Nicht alle Bauwerke folgen denselben Maßstäben.
In Sondernutzungen wie Kinos, Heliports oder Pool- und Spa-Bereichen entscheidet nicht allein die Tragfähigkeit eines Bauteils, sondern die Wahrnehmung durch Nutzer, Besucher oder Betreiber.

Schwingungen, Erschütterungen und Körperschall, die in anderen Gebäuden tolerierbar sind, führen hier unmittelbar zu Komfortverlusten, Funktionsstörungen oder Akzeptanzproblemen. Technisch unkritische Einwirkungen können in diesen Nutzungen bereits als störend oder nicht hinnehmbar empfunden werden.

Die schwingungstechnische Betrachtung solcher Sondernutzungen erfordert daher eine andere Herangehensweise als bei Standardanwendungen.

Typische Sondernutzungen

Kino- und Veranstaltungsräume

Kinos reagieren besonders empfindlich auf niederfrequente Schwingungen und Körperschall. Schon geringe Anregungen aus Verkehr, Technik oder benachbarten Nutzungen können die Wahrnehmung beeinträchtigen. Entscheidend ist die Kontrolle der Schwingungsübertragung über Decken, Wände und tragende Bauteile sowie die Vermeidung starrer Nebenwege.

Wasserflächen, Pumpentechnik und Nutzerbewegungen führen zu dynamischen Einwirkungen, die sich über Becken, Decken und Stützen ausbreiten können. Besonders kritisch sind angrenzende Aufenthalts- oder Ruhezonen sowie darüber- oder darunterliegende Nutzungen. Eine saubere Trennung zwischen Technik, Becken und Tragwerk ist hier entscheidend.

Helikopter erzeugen hohe dynamische Lasten und impulsartige Anregungen, die sich über Tragstrukturen und angrenzende Bauteile ausbreiten. Neben der statischen Auslegung stehen hier Schwingungsübertragung, Ermüdung und die Entkopplung angrenzender Nutzungen im Fokus. Lagerkonzepte müssen sowohl extreme Lastfälle als auch den Regelbetrieb berücksichtigen.

In Nutzungen mit hoher dynamischer Beanspruchung durch Personen, etwa in Fitnessstudios oder Tanzräumen, werden Schwingungen direkt in Decken und tragende Bauteile eingeleitet. Ohne elastische Entkopplung breiten sich diese als Körperschall in angrenzende Nutzungen aus. Elastisch gelagerte Fußbodenaufbauten reduzieren die Übertragung dynamischer Einwirkungen und schaffen eine kontrollierte Trennung zwischen Nutzfläche und Tragwerk.

Besondere Anforderungen erfordern frühe Klarheit

In der Praxis entstehen Probleme häufig dort, wo Sondernutzungen wie konventionelle Bauaufgaben behandelt werden. Lagerkonzepte, die für Büro- oder Wohngebäude ausreichend sind, stoßen bei erhöhten Komfortanforderungen schnell an ihre Grenzen.

Hinzu kommt, dass viele dieser Nutzungen erst spät im Projektverlauf als sensibel erkannt werden. Zu diesem Zeitpunkt sind Tragwerkskonzept, Bauteilaufbauten und Anschlusssituationen häufig bereits festgelegt, sodass der Handlungsspielraum stark eingeschränkt ist.

Eine frühzeitige schwingungstechnische Bewertung schafft hier Klarheit und vermeidet spätere Nutzungseinschränkungen oder aufwendige Nachbesserungen.

Sondernutzungen und Komfortbereiche Isometrisches Rendering eines rechteckigen oberirdischen Swimmingpools mit elastischer Entkopplung zur Minimierung von Erschütterungen und Reduzierung von Körperschall für eine ruhigere Umgebung.

Nutzen für die Planung

Eine frühzeitig abgestimmte Entkopplung der jeweiligen Bereiche schafft klare schwingungstechnische Randbedingungen und reduziert projektspezifische Risiken:

Planung und Umsetzung

Die schwingungstechnische Planung von Sondernutzungen erfolgt projektspezifisch. Neben Lasten und Anregungen werden Nutzungsszenarien, Wahrnehmungskriterien und konstruktive Zwänge berücksichtigt. Ziel ist ein Lager- und Entkopplungskonzept, das sowohl technisch wirksam als auch dauerhaft umsetzbar ist.

Im Mittelpunkt steht dabei nicht die Maximierung einzelner Kennwerte, sondern ein ausgewogenes Gesamtkonzept, das Tragwerk, Nutzung und Betrieb gleichermaßen berücksichtigt.

Wenn bei einem Projekt Unsicherheit besteht, ob eine Nutzung schwingungstechnisch als sensibel einzustufen ist, lässt sich dies häufig mit wenigen Angaben frühzeitig klären.

Sebastian Sturm M.Sc.

info@sturm-lager.de

+49 (0)2161 4734416

Ein Mann mit kurzen braunen Haaren und hellen Augen trägt ein hellblaues Hemd mit Kragen und schaut vor einem neutralen Hintergrund direkt in die Kamera.